Wieder am Steuer

Neue Gewohnheiten im Alltag etablieren für ein Bestehen der MPU wegen Alkohol

Es ist wieder Sonntagabend in Neuhausen. Draußen peitscht der Herbstregen gegen das Fenster meiner kleinen Küche, und ich sitze hier auf den kalten Fliesen, den Rücken an den Kühlschrank gelehnt. Neben mir steht eine Tasse Kräutertee, der schon längst kalt geworden ist – wie eigentlich fast jeden Sonntag, wenn ich mein Tagebuch aufschlage. Heute ist es besonders schwer. Ich fahre mit den Fingern über das raue Papier meines Notizbuchs und spüre die Struktur der Seiten, während die Küchenuhr dieses unerbittliche Ticken von sich gibt. Ein kleiner, schwarzer Punkt markiert den Freitag in meinem Kalender. Ein schlechter Tag.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine Provision – für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich teile hier nur das Workbook und die Kursmodule, die ich wirklich selbst durchgearbeitet habe, während ich hier auf dem Boden saß. Wichtig: Ich bin keine Verkehrspsychologin, keine Therapeutin und keine Anwältin. Das hier ist mein ganz persönliches Tagebuch. Bei rechtlichen Fragen wende dich bitte an einen Fachanwalt für Verkehrsrecht, und bei Alkoholproblemen ist die Suchtberatung die richtige Anlaufstelle. Meine vollständige Offenlegung findest du auf der Über-mich-Seite.

Der Moment, in dem die Zeit stehen blieb

Ich erinnere mich noch genau an den November 2025. Das war der Monat, in dem die formale MPU-Aufforderung in meinem Briefkasten lag. Ich war 36, Office Managerin in einer Firma, die eigentlich Struktur von mir verlangte, und plötzlich war da dieses gelbe Papier, das mir schwarz auf weiß sagte: Deine charakterliche Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen steht infrage. Nach der Kontrolle im Spätsommer 2025 mit 1,4 Promille war das eigentlich klar, aber es im Briefkasten zu sehen, fühlte sich an wie ein Schlag in die Magengrube.

Damals dachte ich noch naiv: „Okay, dann trinke ich halt einfach nichts mehr, bis der Termin ist.“ Aber je mehr ich mich mit der Materie beschäftigte, desto klarer wurde mir, dass „einfach nichts trinken“ nicht ausreicht. Der Gutachter will keine bloße Trinkpause sehen. Er will sehen, dass ich mein Leben umgekrempelt habe. Dass ich neue Gewohnheiten habe, die so fest sitzen, dass der Alkohol keinen Platz mehr findet, wenn es mal wieder stressig wird oder die Einsamkeit am Sonntagabend zuschlägt.

Nahaufnahme eines Tagebuchs mit Markierungen für schwierige Tage während der MPU-Vorbereitung.

Warum 'Nicht-Trinken' allein keine neue Gewohnheit ist

In den ersten Wochen nach dem Führerscheinverlust war ich wie gelähmt. Ich bin mit der U7 zum Westfriedhof gefahren, habe die Leute beobachtet und mich gefragt, wer von denen wohl auch ein Geheimnis im Keller hat. Ich habe angefangen, mein Sonntagabend-Tagebuch zu führen, aber die echten Veränderungen kamen erst, als ich merkte, dass ich meine gesamte Freizeitgestaltung hinterfragen muss. Früher war das Glas Wein am Abend die Belohnung für einen Zehn-Stunden-Tag im Büro. Ohne dieses Glas war da plötzlich ein riesiges Loch.

Ich habe gelernt, dass man eine alte Gewohnheit nicht einfach löschen kann – man muss sie ersetzen. Das ist verdammt anstrengend. Ich habe angefangen, jeden Abend eine Kanne Tee zu kochen, fast schon rituell. Nicht weil Tee so wahnsinnig aufregend ist, sondern weil meine Hände etwas zu tun brauchen. Es geht um die Haptik, um die Wärme. Aber es gab auch Momente, in denen das nicht gereicht hat. Letzten Freitag zum Beispiel, auf der Geburtstagsfeier einer Bekannten. Ich habe mir ein Glas Sekt vor mich hingestellt, damit niemand fragt. Ein „dümmerster Test“, wie ich später in mein Tagebuch schrieb. Ich habe es nicht angerührt, aber allein die Tatsache, dass ich die Nähe zum Alkohol gesucht habe, hat mir gezeigt, wie fragil mein neues Selbstbild noch ist.

Ehrlichkeit schmerzt: Die Arbeit mit dem Masterplan

Ein Wendepunkt in meiner Vorbereitung war der Moment, als ich mir den MPU Masterplan Alkohol besorgt habe. Ich saß hier in Neuhausen und wusste einfach nicht, wie ich dem Gutachter erklären soll, warum ich damals mit 1,4 Promille ins Auto gestiegen bin. Im Workbook gibt es Modul 3, das sich intensiv mit den Trinkmotiven beschäftigt. Ich sage es euch ganz ehrlich: Ich habe dieses Workbook zwei Wochen lang nicht angefasst, weil die Fragen in Modul drei mich völlig blockiert haben. Da steht man vor dem Spiegel und muss sich fragen: Warum hast du wirklich getrunken? War es der Stress? Die Unzufriedenheit im Job? Oder die Unfähigkeit, Nein zu sagen?

Diese Reflexion ist Teil der neuen Gewohnheit. Ich versuche jetzt, jeden Sonntag nicht nur die abstinenten Wochen zu zählen – ich bin jetzt bei über einem Jahr, was für den 12-monatigen Abstinenznachweis (ETG-Wert) so wichtig ist –, sondern auch meine Gefühle zu analysieren. Wie das MPU Masterplan Workbook meine Vorbereitung am Sonntag strukturiert, ist mittlerweile mein fester Anker geworden. Es hilft mir, das Trennungsvermögen zu verinnerlichen – also die strikte Trennung von Konsum und Fahren, was bei mir ja zur totalen Abstinenz geworden ist.

Das MPU Masterplan Workbook liegt aufgeschlagen neben einer Tasse Tee für die tägliche Vorbereitung.

Wenn der Alltag keine Struktur hat: Die harte Realität

Was ich in den Foren oft lese und was mich wirklich nachdenklich macht, ist die Situation von Menschen, die nicht so einen „geregelten“ Bürojob haben wie ich. Ich habe neulich mit einer Frau geschrieben, die alleinerziehend ist und im Schichtdienst arbeitet. Für sie sind Tipps wie „geh jeden Morgen um sechs joggen“ oder „nimm dir jeden Abend eine Stunde Zeit für dein Workbook“ purer Hohn. Wenn der Schlafmangel kickt und das Kind krank ist, bricht jede noch so schön geplante Routine zusammen.

Für solche Fälle ist es noch wichtiger, winzige, unzerstörbare Anker zu finden. Vielleicht ist es nicht die Stunde Meditation, sondern nur der eine bewusste Atemzug, bevor man die Haustür aufschließt. Oder das kurze Notieren eines einzigen Satzes im Handy-Notizblock, wenn man in der Nachtschicht Pause hat. Der Masterplan ist da zum Glück flexibel genug, aber man muss ehrlich zu sich selbst sein: Wenn das Leben chaotisch ist, muss die Vorbereitung ins Chaos passen, sonst gibt man nach drei Tagen auf. Warum Geduld bei der MPU Vorbereitung wegen Alkohol so wichtig ist, merkt man erst, wenn man zum dritten Mal in einer Woche den kleinen schwarzen Punkt für einen „Fast-Rückfall“ oder einen emotionalen Zusammenbruch setzen muss.

Kleine Schritte, große Wirkung

Der Ausblick auf das 'neue' Leben

Vor etwa drei Wochen war ich bei einem Abendessen eingeladen. Es gab Wein, viel Wein. Und zum ersten Mal fühlte es sich nicht wie Verzicht an, dass ich mein Wasserglas hielt. Es fühlte sich wie Schutz an. Ein Schutz für das Leben, das ich mir im letzten Jahr mühsam aufgebaut habe. Ich bin jetzt 36, und ich fange gerade erst an zu verstehen, wer ich ohne den „Social Lubricant“ Alkohol eigentlich bin. Es ist oft anstrengend, manchmal sterbenslangweilig, aber es ist echt.

Wenn ich heute auf die 1,4 Promille zurückblicke, sehe ich nicht mehr nur den Fehler, sondern den Weckruf. Die MPU-Vorbereitung ist eigentlich eine Vorbereitung auf ein besseres Leben, auch wenn das im ersten Moment total bescheuert klingt, wenn man gerade die Rechnung für das Urinscreening bezahlt hat. Falls du jemanden kennst, der eher mit anderen Substanzen kämpft, eine Bekannte aus dem Forum nutzt den FLEX3 Online MPU Drogen Kurs und ist damit sehr zufrieden, weil er ähnlich strukturiert ist wie mein Alkohol-Workbook.

Ich werde jetzt meinen kalten Tee wegschütten, mir eine frische Wärmflasche machen und mich ins Bett legen. Morgen ist Montag, eine neue Woche ohne Führerschein, aber mit einem klaren Kopf. Und das ist im Moment alles, was zählt. Wenn du auch gerade mitten in der Vorbereitung steckst: Bleib dran. Auch wenn du heute nur einen Punkt in dein Tagebuch setzen kannst, ist das besser, als die Augen vor der Wahrheit zu verschließen. Wir schaffen das, Schritt für Schritt, von Sonntagabend zu Sonntagabend.

Verwandte Artikel