Wieder am Steuer

Warum mir die Einsamkeit am Sonntagabend bei meiner MPU Aufarbeitung hilft

Der Kühlschrank in meiner Küche in Neuhausen brummt heute Abend besonders laut. Oder es kommt mir nur so vor, weil es sonst so verdammt still ist. Ich sitze auf dem Boden, der kalte Tee in der Tasse neben mir ist schon fast vergessen, und vor mir liegt mein Notizbuch. Woche 58 seit dem Tag, an dem mein altes Leben als Office Managerin mit 1.4 Promille an einer Bordsteinkante endete.

Hinweis: In diesem Text teile ich meine ganz persönlichen Erfahrungen. Ich verlinke dabei auch auf Workbooks und Kursmodule, die ich selbst nutze. Wenn du über diese Affiliate-Links etwas kaufst, erhalte ich eine Provision – für dich bleibt der Preis natürlich gleich. Ich bin keine Verkehrspsychologin oder Anwältin, sondern nur jemand, die ihren eigenen Weg zurück zum Führerschein sucht. Bei rechtlichen Fragen solltest du unbedingt einen Fachanwalt für Verkehrsrecht aufsuchen, und bei Sorgen rund um den Alkoholkonsum ist die Suchtberatung die richtige Adresse. Meine vollständige Offenlegung findest du auf der Über-mich-Seite.

Das Ritual auf dem Küchenboden

Sonntagabend war früher die Zeit, in der ich die letzte Flasche Wein aufgemacht habe, um nicht an den Montag im Büro denken zu müssen. Heute ist es die Zeit, in der ich mich der Stille stelle. Es ist ein seltsames Gefühl. Manchmal fühlt es sich an wie eine Bestrafung, aber meistens ist es der einzige Moment in der Woche, in dem ich nicht lügen kann. Nicht vor mir selbst und nicht vor dem Papier.

Seit ich im November 2025 die formale MPU-Aufforderung im Briefkasten hatte, sind diese Abende heilig. Ich schaue mir meine abstinent gezählten Wochen an. Ich kontrolliere die Termine bei meiner Verkehrspsychologin. Und ich markiere die schlechten Tage mit einem kleinen, hässlichen Punkt. Diese Woche hat einen Punkt bekommen. Nicht, weil ich getrunken hätte – Gott bewahre –, sondern weil ich am Freitag bei einer Geburtstagsfeier ein Glas Sekt vor mich hingestellt habe, nur damit niemand fragt. Ich habe es nicht angerührt, aber es war ein dummer Test. Ein Test meiner charakterlichen Eignung, den ich fast vermasselt hätte, nur weil ich zu feige war, „Nein“ zu sagen.

Ein handgeschriebenes Tagebuch mit Markierungen für die MPU Vorbereitung.

Warum die Stille so wehtut (und so wichtig ist)

In der Stille kommen die Fragen hoch, die man im Alltag mit der U7 Richtung Westfriedhof oder im Stress des Büros wunderbar überhören kann. „Warum hast du an dem Samstag im Spätsommer 2025 eigentlich nicht aufgehört zu trinken?“ Die Antwort „Es war eine Hochzeit“ reicht der MPU-Gutachterin später nicht. Das weiß ich jetzt. Es geht um das Trennungsvermögen. Die Fähigkeit, Trinken und Fahren strikt zu trennen – eine Fähigkeit, die ich bei 1.4 Promille offensichtlich komplett verloren hatte.

Wenn ich hier so sitze, merke ich, dass die Einsamkeit mein härtester, aber ehrlichster Lehrer ist. Ich habe neulich eine Frau im Wartezimmer der Psychologin getroffen. Sie ist Alleinerziehende, arbeitet Vollzeit und versucht nebenher, ihre MPU vorzubereiten. Während ich hier die Stille zur Reflexion nutzen kann, zwingt der Erschöpfungsgrad bei Alleinerziehenden oft zu reinem Überleben. Sie erzählte mir, dass sie nachts um eins versucht, die Module zu bearbeiten, während ihr Kopf eigentlich schon auf die Tischplatte knallt. Da wurde mir klar: Meine Einsamkeit ist ein Privileg. Ich habe den Raum, um wirklich tief zu graben, auch wenn es wehtut.

Ich frage mich oft, ob meine Nachbarn hier in Neuhausen eigentlich merken, dass ich nicht mehr jeden Freitag diese schweren Bierkästen in den dritten Stock schleppe. Wahrscheinlich nicht. Man bildet sich ja immer ein, die ganze Welt schaut zu, dabei ist man meistens nur mit seinem eigenen Schatten beschäftigt.

Der Moment, in dem ich fast aufgegeben hätte

Es gab diesen einen Abend letzten Monat, da habe ich drei Stunden lang an Modul 3 im MPU Masterplan Alkohol gesessen. Ich wollte alles perfekt machen. Ich habe Sätze formuliert, von denen ich dachte, dass eine Psychologin sie hören will. Ich habe über „Verantwortung“ und „Einsicht“ geschrieben, aber es fühlte sich hohl an. Wie ein schlechtes Skript für einen Werbespot.

Irgendwann kam dieser Moment: Das Geruch von altem Papier in meiner Nase, das spezifische „Klick“ der Ringmechanik meines Workbooks, als ich es wütend zugeschnappt habe. Ich habe die Seiten, die ich gerade vollgeschrieben hatte, einfach rausgerissen. Es war gelogen. Ich hatte versucht, mich besser darzustellen, als ich bin. Aber die MPU ist kein Vorstellungsgespräch, bei dem man seine Schwächen als „Perfektionismus“ verkauft. Es geht um die nackte Wahrheit über den eigenen Konsum und den ETG-Wert im Urin, der keine Ausreden zulässt.

Ich habe in meinem Tagebuch auch darüber geschrieben, wie ich als Office Managerin Ordnung in meine MPU Vorbereitung bringe, aber Ordnung im Kopf ist viel schwerer als Ordnung im Aktenordner. Manchmal liege ich einfach nur lange auf dem Sofa und schaue die Zimmerdecke an, bis die Schatten der Autos draußen an der Wand entlangwandern.

Ein MPU Vorbereitungs-Ordner wird nach der Arbeit am Sonntagabend geschlossen.

Die körperliche Angst und die kleinen Siege

Es gibt Dinge, die vergisst man nicht. Jedes Mal, wenn ich in der Ferne das Blaulicht eines Polizeiwagens sehe, spüre ich diese plötzliche, scharfe Kälte in meiner Brust. Selbst wenn ich nur zu Fuß zum Bäcker gehe. Das ist wie ein Echo von dem Abend im August 2025. Dieses Gefühl, dass man gerade alles verspielt hat. Mein Führerschein wurde direkt an der Straße eingezogen. Ein Moment, der sich in mein Gedächtnis gebrannt hat.

Aber es gibt auch die kleinen Siege. Meine Abstinenznachweise für 6 oder 12 Monate sammeln sich langsam in meiner Mappe. Es ist ein seltsames Gefühl von Stolz, wenn man schwarz auf weiß sieht, dass der Körper sauber ist. Eine Bekannte aus einem Online-Forum nutzt übrigens das FLEX3 Online MPU Drogen Programm, weil es bei ihr um andere Themen ging, aber wir tauschen uns oft über diese Sonntagabende aus. Diese Momente, in denen man realisiert, dass man nicht mehr die Person ist, die blindlings ins Auto gestiegen ist.

Ich weiß heute, dass ich die 1.6 Promille-Grenze, die oft für Ersttäter als magische MPU-Schwelle gilt, zwar knapp unterschritten hatte, aber mein Verhalten und die Ausfallerscheinungen damals keinen Zweifel ließen: Ich brauchte diese Zwangspause. Es war kein Pech. Es war die logische Konsequenz.

Was ich aus der Stille gelernt habe

Wenn du auch gerade an diesem Punkt stehst und dich fragst, warum sich alles so verdammt einsam anfühlt: Nutze es. Die MPU-Vorbereitung ist kein Sprint, es ist eine Inventur der Seele. Ich habe gelernt, dass ich ohne diese einsamen Sonntage nie verstanden hätte, warum ich überhaupt getrunken habe. Ich hätte nur gelernt, wie man die Fragen richtig beantwortet, ohne mein Leben wirklich zu ändern.

Geduld ist dabei das schwerste Wort. Ich habe neulich darüber nachgedacht, warum Geduld bei der MPU Vorbereitung wegen Alkohol so wichtig ist, und heute Abend auf meinem Küchenboden spüre ich es wieder. Der Weg zurück ist lang, und er führt mitten durch die eigene Einsamkeit.

Blick aus einem Fenster in München-Neuhausen bei Nacht während der Selbstreflexion.

Mein Tee ist jetzt endgültig eiskalt. Ich werde jetzt mein Workbook weglegen und versuchen zu schlafen. Morgen ist Montag, und auch wenn ich immer noch mit dem Bus zur Arbeit fahren muss, fühlt es sich ein kleines Stück richtiger an als letzte Woche. Weil ich heute Abend ehrlich zu mir war.

Falls du selbst nach einer Struktur suchst, um nicht in deinen Gedanken zu versinken: Mir hat Der MPU Masterplan Alkohol wirklich geholfen, aus diesem Chaos im Kopf einen Plan zu machen. Es ersetzt keinen Therapeuten, aber es gibt dir diese Aufgaben, die dich zwingen, am Sonntagabend nicht nur die Wand anzustarren, sondern an dir zu arbeiten. Wir schaffen das, Schritt für Schritt, egal wie laut der Kühlschrank brummt.

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