Wieder am Steuer

Warum ich Rückfallgefahren im Alltag jetzt viel bewusster für die MPU erkenne

Der Tee ist längst kalt. Pfefferminze, eigentlich viel zu stark gezogen, aber ich sitze hier auf meinem Küchenboden in Neuhausen und starre auf diesen winzigen roten Punkt in meinem Notizbuch. Es ist Sonntagabend, Woche 58 nach dem Tag, an dem mein altes Leben am Straßenrand stehen blieb. Der Teppich kratzt an meinen nackten Knöcheln, und ich frage mich, warum dieser eine kleine Punkt sich heute so viel schwerer anfühlt als die anderen.

Hinweis: Mein Tagebuch enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich empfehle hier nur Dinge wie das Workbook, das ich selbst auf diesem Küchenboden durchgearbeitet habe. Wichtig: Ich bin keine Verkehrspsychologin, keine Therapeutin und keine Anwältin. Dies ist mein persönlicher Weg. Bei rechtlichen Fragen brauchst du einen Fachanwalt für Verkehrsrecht, und bei Alkoholproblemen sind Suchtberatungsstellen die richtige Adresse. Meine volle Offenlegung findest du auf der Über-mich-Seite.

Vom Verleugnen zum Verstehen: Die 1,4-Promille-Lektion

Lange Zeit dachte ich, mein größtes Problem sei dieser eine Samstagabend im Spätsommer 2025 gewesen. Die Hochzeit, die gute Stimmung, die 1,4 Promille. Ich dachte, wenn ich der MPU-Gutachterin einfach erkläre, dass ich ein braves Mädchen bin – eine ordentliche Office Managerin aus München, die einmal einen Fehler gemacht hat –, dann passt das schon. Ich wollte es „weglächeln“, höflich sein, den Psychologen mit meiner Professionalität beeindrucken. Was für ein törichter Plan.

Im November 2025, als die formale MPU-Aufforderung in meinem Briefkasten am Rotkreuzplatz landete, zerbrach diese Fassade. Ich realisierte, dass 1,4 Promille weit über der Grenze von 1,1 liegen, ab der man in Deutschland von absoluter Fahruntüchtigkeit spricht. Das ist kein „Hoppala“, das ist ein tiefgreifendes Problem mit der Trennung von Trinken und Fahren. In meinem Kopf war ich immer die, die alles im Griff hat. Die Realität sah anders aus. Ich habe anfangs versucht, die psychologischen Gespräche als bloße Formsache abzutun. Ich dachte, ich könnte das „wuppen“, indem ich einfach nett bin. Aber die Psychologin sieht durch diese Oberflächlichkeit sofort durch, wenn keine echte Tiefe da ist.

Nahaufnahme eines Tagebuchs mit einem roten Punkt als Markierung für einen schwierigen Tag.

Das Trennungsvermögen und die Sache mit dem Stress

Einer der schwierigsten Begriffe in meiner Vorbereitung war das Trennungsvermögen. Es geht nicht nur darum, nach dem Wein das Auto stehen zu lassen. Es geht darum, warum man überhaupt so viel trinkt, dass man die Kontrolle über die Entscheidung verliert. In meinem Workbook, dem MPU Masterplan Alkohol, gab es ein Modul, das mich zwang, meine „Hochrisikosituationen“ aufzuschreiben. Zuerst dachte ich: „Ich hab keine.“ Ich gehe nicht in dunkle Spelunken.

Aber dann kam die Erkenntnis an einem einsamen Sonntagabend im frühen Frühjahr. Mein Stress-Relief-Muster war mein größtes Risiko. Wenn im Büro alles drunter und drüber ging, war der Wein am Abend die Belohnung. Das war mein Ventil. Und genau das ist die Gefahr für einen Rückfall: Wenn der Stress wiederkommt (und er kommt immer wieder), was mache ich dann? Ohne dieses Bewusstsein wäre ich bei der MPU sofort durchgefallen, weil ich meine eigenen Trigger gar nicht kannte. Ich musste lernen, neue Gewohnheiten im Alltag zu etablieren, die nichts mit Promille zu tun haben.

Die Gastro-Falle: Wenn das Umfeld zum Trigger wird

Hier in Neuhausen ist das Leben gesellig. Viele meiner Freunde arbeiten in der Gastronomie oder hängen nach Feierabend in den Bars rund um den Westfriedhof ab. Die Standard-Tipps aus manchen Ratgebern – „Meiden Sie Orte, an denen getrunken wird“ – sind für mich völlig realitätsfern. Wenn ich alle Orte meiden würde, an denen in München Alkohol fließt, müsste ich mich in meiner Wohnung einschließen.

Besonders für Menschen, die selbst in der Gastro arbeiten oder deren soziales Umfeld dort verwurzelt ist, funktioniert das klassische Vermeidungsverhalten nicht. Wir brauchen eine Strategie der Abgrenzung inmitten des Geschehens. Letzten Dienstag im Supermarkt stand ich vor dem Regal mit dem alkoholfreien Bier. Ich wollte zugreifen, erinnerte mich aber an eine Notiz aus meinem Vorbereitungskurs: Selbst Getränke, die als „alkoholfrei“ deklariert sind, dürfen laut Lebensmittelbuch bis zu 0,5 % Alkohol enthalten. Für jemanden, der strikte Abstinenz für den ETG-Wert nachweisen muss, kann das schon eine psychologische Rückfallgefahr sein. Nicht wegen der Menge, sondern wegen des Geschmacks, der das Gehirn triggert.

Eine Hand im Supermarktregal, die eine Situation der Rückfallgefahr im Alltag symbolisiert.

Der Moment an der Straßenecke

Es gibt diese eine Kreuzung hier in der Nähe, an der ich jedes Mal dieses scharfe, hohle Gefühl im Magen bekomme. Es ist die Stelle, an der damals das blaue Licht in meinem Rückspiegel auftauchte. Ein körperlicher Reflex. Früher habe ich diesen Moment weggedrückt. Heute nutze ich ihn zur Reflexion. Ich frage mich dann: Tue ich das alles hier – die ETG-Tests, die Sonntagabende mit dem Workbook, der Verzicht auf das Glas Sekt bei der Firmenfeier letzten Freitag – nur, um meinen Plastikführerschein zurückzubekommen? Oder habe ich eigentlich Angst vor der Person, die ich an jenem Samstagabend war?

Ehrlich gesagt? Es ist beides. Ich will mein Auto zurück, ja. Ich will nicht mehr mit der U7 zum Westfriedhof fahren müssen, wenn ich schwere Einkäufe habe. Aber ich will auch nie wieder diese Kontrolllosigkeit spüren. Das MPU Masterplan Workbook hat mir dabei geholfen, diese Gedanken zu strukturieren, anstatt in Selbstmitleid zu versinken. Falls du in einer ähnlichen Situation bist, aber mit anderen Substanzen zu kämpfen hast, nutzt eine Bekannte von mir aus einem Forum den FLEX3 Online MPU Drogen Kurs, der wohl ähnlich strukturiert ist.

Was ich diese Woche gelernt habe:

Ich klappe mein Notizbuch für heute zu. Der rote Punkt bleibt da, aber er schreit mich nicht mehr so laut an. Er ist jetzt eher ein Warnsignal, das mich daran erinnert, warum ich diesen Weg gehe. Es ist anstrengend, es ist einsam, und manchmal fühlt es sich an wie eine Wanderung im Nebel ohne Karte. Aber zumindest habe ich angefangen, die Steine auf dem Weg zu sehen, bevor ich darüber stolpere. Falls du auch gerade an diesem Punkt stehst: Fang an, deine eigenen Trigger aufzuschreiben. Es verändert alles, wie du dich selbst siehst – und wie du irgendwann der Gutachterin gegenübertreten wirst.

Wenn du eine Struktur suchst, die dich nicht belehrt, sondern an die Hand nimmt, schau dir den MPU Masterplan an. Er ist mein treuer Begleiter auf diesem Küchenboden geworden. Wir schaffen das, Schritt für Schritt, Sonntag für Sonntag.

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